Wir schweigen 
nicht mehr!
 

Unser Anliegen

Im Juni 2019 trafen sich zahlreiche Dortmunder Frauen zum Gespräch über das Anliegen der in Münster entstandenen Initiative Maria 2.0. Ein vom Austausch über Erfahrungen und Sehnsüchte zur Rolle der Frau in der Kirche geprägter Abend ließ spüren, dass zahlreiche Frauen in Dortmund sich besonders für Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche einsetzen möchten.
Die Aktivitäten sind vielfältig: Gesprächsabende, Weggottesdienst, Demonstrationen, Frauenversammlung, Info-Mail, …
Die Anliegen von Maria 2.0 bedeuten notwendige Reformen in den Gemeinden und Amtskirchen. Angetrieben von unserem Glauben, dem sicheren Gefühl, das Richtige zu tun und genug Geduld bewiesen zu haben, bündeln wir Informationen und Aktivitäten für eine geschlechtergerechte Kirche. Tun wir uns zusammen! Kommen wir ins Gespräch!

Offener Brief an Erzbischof Becker

Am 09. Dezember 2021 haben wir, wie viele andere Maria 2.0 Gruppen in Deutschland, nochmals an unseren Erzbischof geschrieben...

  

                                        

 

Maria 2.0 – Gruppen im Erzbistum Paderborn

 

An den Erzbischof Hans-Josef Becker

Domplatz 3

33098 Paderborn

Erzbistum Paderborn, 09.12.2021

Sehr geehrter Herr Erzbischof Becker,
sehr geehrte Mitglieder des Diözesankomitees und des Diözesanpastoralrats im                                                                                                           
 

Maria 2. 0 im Erzbistum Paderborn begrüßt den von Papst Franziskus initiierten Aufbruch zu einer Erneuerung der Kirche für das 3. Jahrtausend.  
Wir begrüßen die Abkehr von Hierarchien und die Rückkehr zu einer synodalen Kirche. Denn wir alle sind Volk Gottes und nicht Hilfsarbeiter*innen des Klerus. Wir Christ*innen von Maria 2.0 sehen das Thema „Machtverteilung in der Kirche 2021“ bekanntlich als großes Problem: Die zweite unserer 7 Thesen lautet so auch: „In unserer Kirche haben alle teil am Sendungsauftrag; Macht wird geteilt. Denn der Klerikalismus ist heute eines der Grundprobleme der katholischen Kirche und fördert den Machtmissbrauch mit all seinen menschenunwürdigen Facetten.“ Die Nachfolge Jesu bedeutet gerade nicht Privilegien, Glanz und Gloria – wahrhaft christliche Machtausübung kann nur die Übernahme von Verantwortung bedeuten: zum Wohl der Gemeinschaft, der Notleidenden, der Schwachen und Ausgegrenzten. 

An den Missbrauchsfällen wird deutlich, wie weit das klerikale Selbstverständnis oft von seinem christlichen Auftrag entfernt ist. Verantwortung wurde und wird gerade nicht übernommen, die Machtpositionen haben manche Machtinhaber imprägniert und unempfindlich gemacht für das Leid und die Verletzungen der ihnen Anvertrauten und sich schutzlos Anvertrauenden. Die Eitelkeit vieler Kirchenfürsten macht ihre Herzen kalt. Die gerade in Paderborn erschienene Missbrauchsstudie  (Zwischenbericht) zeigt auf, dass es auch im Erzbistum viele Opfer gibt. 

Maria 2.0 im Erzbistum Paderborn begrüßt, dass alle Gläubigen in den Erneuerungsprozess mit einbezogen werden sollen. Aber: Für den vom Papst angestoßenen Prozess der Weltkirche wird dem Volk Gottes zwar einerseits eine Schlüsselrolle für das Wirken des Heiligen Geistes zugesprochen, andererseits wird ihm im Haus Gottes nur ein Dienstmädchenvorzimmer zugewiesen: das große Volk der Gläubigen, das Volk Gottes, hat kaum Möglichkeit, an dem dringend notwendigen Reformprozess erkennbar mitzuwirken. Das Wirken des Geistes Gottes wird durch die bestehenden Machtstrukturen konterkariert.

Maria 2.0 im Erzbistum Paderborn fordert mehr und radikaleres Zuhören, sonst bleiben die Bischöfe in einer bevormundenden Rolle. Wir erwarten mehr als nur strukturelle Reformen. 
Wenn überhaupt, dann sollen Laien – und damit auch sämtliche Frauen in der katholischen Kirche, egal ob Ordensfrauen, Theologinnen, Seelsorgerinnen u.v.m. – in der Weltsynode bestenfalls und ausschließlich in der ersten Phase angehört werden. Nur in einem winzig kleinen Fenster wird der Geist der Gläubigen zugelassen und soll dann – für ganz Deutschland in Papierform und von Klerikern eingedampft auf 10 Seiten – zu den Ohren und Herzen der Bischöfe gelangen und dort Wirkung entfalten. In Deutschland spüren wir bisher kaum etwas bis gar nichts von einer Phase des gemeinsamen Hörens. In dem viel zu kurzen Zeitfenster von maximal 2 Monaten findet weder echtes Hören statt – das ist etwas anderes als das Lesen in Dienststuben! – noch kommt der Geist des Volkes Gottes wirklich zur Entfaltung. Angesichts der erschreckenden Taubheit mancher Bischofsohren und -herzen, die in den Missbrauchsfällen zu Tage kam, zweifeln viele daran, ob manche Bischöfe überhaupt fähig sind, auf die Stimme des Volkes Gottes zu hören, oder ob der von ihnen gelebte Klerikalismus nicht schon zu sehr ihre Herzen und Ohren verschlossen hat. Maria 2.0 steht für eine synodale Kirche. Aber Synodalität bedeutet nicht primär endlose Sitzungen und Gremienarbeit. Synodalität erfordert wahrhafte Gleichheit und Zuhören auf Ohrenhöhe. 

Maria 2.0 im Erzbistum Paderborn erwartet tiefgreifende Reformen, wir fordern eine Befreiung vom vielfach rückständigen, ja falschen - weil diskriminierenden Menschenbild hin zu einem wahrhaft christlichen Menschenbild. Jesus war der vielleicht glühendste Prediger für Gleichheit aller Menschen – wie kann es sein, dass eine Institution, die sich ausschließlich auf ihn beruft, bis heute die Menschenrechtskonventionen nicht anerkannt hat?

Maria 2.0 im Erzbistum Paderborn fordert:  Gleiche Rechte und gleiche Würde für alle Menschen in der Kirche! Ungerechtfertigte Grenzen müssen beseitigt werden. Das kann nur bedeuten, dass Geschlecht, Familienstand und sexuelle Orientierung nicht ausschlaggebend dafür sind, wem Aufgaben und Ämter übergeben oder a priori verwehrt werden. Nur wenn alle, die Jesus nachfolgen wollen, Verantwortung und Ämter übernehmen können, kann die Nachfolge wahrhaft gelebt werden. Nur wenn Männer aufhören, sich mittels Ämtern und Privilegien über Frauen zu erheben und Frauen dadurch zu erniedrigen, kann Kirche wahrhaft den Geist Gottes verkörpern. 

Maria 2.0 im Erzbistum Paderborn wird nicht dazu schweigen, dass oft Unrecht im Namen Jesu geschieht und in seinem Namen begründet wird. Geschlechterdiskriminierung, Entmündigung von Ordensfrauen und allen Frauen in der katholischen Kirche ist Klerikalismus und Machtmissbrauch und verursacht viel Leid auf der Erde. In ihrer jetzigen Gestalt ist die katholische Kirche zwar Weltkirche geworden, aber immer wieder zeigen Klerikalismus, Machtmissbrauch, komplizenhaftes Vertuschen, Eitelkeit, Privilegienwirtschaft, Charakterlosigkeit manchen Klerikers, Entmündigung, Bevormundung und Erniedrigung von Ordensfrauen, dass die patriarchale, klerikale, hierarchische Gestalt viel zu wenig das Wirken des Heiligen Geistes ermöglicht. So steht unsere Kirche nicht für das Reich Gottes auf Erden, zu dessen Kultivierung uns das Evangelium beauftragt und verpflichtet.

Die Kirche des dritten Jahrtausends kann nur eine Kirche sein, die wahrhaft Jesus nachfolgt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Jede und jeden Nächsten mit all den Brüchen und Herausforderungen, die manchen Leben innewohnen. 

Wir hoffen, dass Sie sich für einen intensiven Erneuerungsprozess im Rahmen der Weltsynode einsetzen.

 

 

Die Maria 2.0 – Gruppen im Erzbistum Paderborn

Vertreterinnen:  Sigrun Eggenstein, Elisabeth Niehaus, Claudia Siegel 

 

Am vergangenen Freitag trafen sich etwa 50 Frauen aus dem ganzen Erzbistum, um gemeinsam vor dem Pardiesportal des Paderborner Domes ihren Forderungen nach Reformen innerhalb der katholischen Kirche Ausdruck zu verleihen. Aus dem Sauerland, aus Bielefeld, aus Gütersloh und aus Dortmund hatten sich Frauen auf den Weg nach Paderborn gemacht. Eine Gruppe Dombesucherinnen aus Lemgo hat spontan an der Veranstaltung teilgenommen. Motto des Abends war: „Feuer und Flamme - wir brennen für Reformen in der katholischen Kirche und wollen, dass dieses Feuer nicht erlischt!“ Vor dem, mit zahlreichen Kerzen gestalteten, Hauptportal des Domes kamen die Frauen - fast alle engagiert bei „Maria 2.0“ - unterstützt von einigen Männern zusammen, beteten und sangen gemeinsam. 
Bei eisigem Wind und den Mützen tief im Gesicht, gab es Teilnehmerinnen, die glaubten, ihren Erzbischof beim eiligen Durchschreiten der Menge gesehen zu haben… ob dies tatsächlich so war, oder nur der Wunsch auf Begegnung und Austausch ihren Blick trübte, wird wohl nur der Erzbischof selbst beantworten können. Leider war aber wieder einmal festzustellen, die hauptamtlich tätigen Männer des Bistums hatten offensichtlich kein Interesse an einer Teilnahme. Wie schade. 

Feuer & Flamme

Wir freuen uns, Menschen aus dem gesamten Bistum in Paderborn begrüßen zu dürfen! Herzliche Einladung, mit uns zu beten!

Wir treffen Erzbischof Becker

Persönliche Begegnung

Bereits im November 2020 hatten sich 17 Frauen aus dem Erzbistum Paderborn an ihren Bischof gewandt und ihn, auch angesichts der Vorgänge im Erzbistum Köln, um ein Gespräch gebeten. Eine Antwort mit einer Einladung zu einem Gespräch in Paderborn hatten die Frauen schnell im Briefkasten, jedoch ließ die Pandemiesituation ein persönliches Treffen lange Zeit nicht zu. Am Donnerstag, den 08.07.2021 war es dann soweit: Barbara Erdmeier und Elisabeth Niehaus aus Bielefeld, Sigrun Eggenstein aus Dortmund und Christa Hesse, Claudia Siegel, Magdalena Schlüter und Ulrike Fromme aus Paderborn trafen sich zu einem persönlichen Gespräch mit Erzbischof Hans-Josef Becker und Monsignore Dr. Michael Bredeck, dem Leiter des Bereichs Pastorale Dienste, im Liborianum. 

Im Gepäck hatten die Frauen, die alle der Initiative Maria 2.0 im Erzbistum Paderborn angehören, vier wichtige Anliegen, die sie mit ihrem Bischof besprechen wollten.  

Gewaltenteilung in der katholischen Kirche

Zunächst nahmen die Frauen das Thema Macht und Gewaltenteilung in den Blick. Die Frauen fordern dringend eine Gewaltenteilung und unabhängige Kontrollinstanzen auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens. Deutlich gaben sie zu verstehen, dass sie oft Rückschritte statt Fortschritte erleben. Erzbischof Becker bestätigte den großen Nachholbedarf in der Kirche.  

06.06.2021

Zum Rücktritt von Kardinal Marx

Mit seinem überraschenden Rücktrittsgesuch übernimmt Kardinal Reinhard Marx als Bischof persönliche Verantwortung „für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche“. Wir von der Initiative Maria 2.0 drücken ihm für diesen Schritt, seine klaren Worte und seine Aufrichtigkeit unseren Respekt aus.

Kardinal Marx sieht den „Missbrauchs-Skandal“ nicht nur als Resultat von Verwaltungsmängeln oder persönlichem Fehlverhalten in den einzelnen Fällen, sondern er erkennt an, dass dahinter systemische Ursachen stehen. „Das Übersehen und Missachten der Opfer ist sicher unsere größte Schuld in der Vergangenheit gewesen“, schreibt er in seinem Brief an Papst Franziskus.

Wir teilen seine österliche Hoffnung, „dass der ‚tote Punkt‘, an dem wir uns im Augenblick befinden, zum ‚Wendepunkt‘ werden kann.“ Wir erwarten, dass die institutionellen Reformen, die wir schon lange einfordern, endlich umgesetzt werden. Deshalb streiten wir weiter für eine zukunftsfähige Kirche, die nicht ausgrenzt, in der die Würde aller Menschen geachtet und die befreiende Botschaft Jesu gelebt wird.

2021

Ab Juni gibt es Donnerstagsgebete in Dortmund!

Wir haken nach...

wir Frauen von Maria 2.0 aus Dortmund und dem Erzbistum Paderborn waren es, die im Februar die Thesen an die Kirchentüren gehängt haben! 

Wir haken nach und wenden uns erneut mit unseren Anliegen an unseren Erzbischof. Für weitere Infos, bitte auf den Link klicken.

Herr Erzbischof, Sie haben viele Schlüssel!

In der ersten Maiwoche 2021 finden deutschlandweit Aktionen von Maria 2.0 statt.

 

Im Bistum Paderborn möchten wir nachhaken und unserem Erzbischof Becker nochmal unsere Türen zeigen, Ihn daraufhinweisen, dass für Frauen immer noch viele Türen verschlossen sind.

Hier gibt es Ideen - Gedanken - Textbausteine für Mails und Briefe an unseren Erzbischof Becker!

Wir waren es...!

Viele verschlossene Türen im Erzbistum Paderborn! Wann werden sie geöffnet, Herr Becker?

Aktuelles zum Thesenanschlag

Fotos zur deutschlandweiten Aktion und die Thesen zum Herunterladen finden Sie, wenn Sie auf den Link klicken!

Was wir tun

Demonstration

 

Wir mahnen 

und 

demonstrieren 

in Dortmund

Überregionale Aktivitäten

Wir nehmen an überregionalen Aktivitäten der Maria 2.0 Initiativen teil:

anlässlich der Deutschen Bischofskonferenzen

oder 

der Konferenzen des Synodalen Wegs

Spirituelles

 

Wir gestalten 

Wort-Gottes-Dienste

Donnerstagsgebete

Gesprächskreise

Möchten Sie die Kirche von morgen mitgestalten?

L

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